Lackenbach im Zweiten Weltkrieg

1938-1945 erfolgte die Aufteilung des Burgenlandes auf die Reichsgaue Niederdonau und Steiermark sowie der Zweite Weltkrieg mit allen seinen schrecklichen Auswirkungen und Folgen.

Das „Zigeunerlager Lackenbach“

Am 23. November 1940 wurde in einem ehemaligen Gutshof das „Zigeunerlager Lackenbach“ eingerichtet. Die Zahl der inhaftierten „Zigeuner“ schwankte normalerweise zwischen 200 und 900, ein Drittel davon waren Kinder. Sie lebten in Ställen und Scheunen unter primitivsten Bedingungen und mussten Zwangsarbeit leisten. Zwischen acht und elf Stunden betrug die tägliche Arbeitszeit. Sie wurden von der Lagerleitung an verschiedene Betriebe, z. B. an landwirtschaftliche Gutshöfe, Bauernhöfe, Forstbetriebe und Ziegeleien „verliehen“ oder beim Straßenbau eingesetzt. Die Zwangsarbeiter erhielten zirka 10 Prozent des Lohnes. Den Rest behielt sich die Lagerleitung für Kost und Verpflegung ein.

Am 1. November 1941 erreichte die Zahl der Lagerinsassen den Höchststand von 2.335 Personen. Von den insgesamt rund 4.000 im Lager Lackenbach internierten „Zigeunern“ wurden im Herbst 1941 2.000 in das Ghetto Lodz/Litzmannstadt und von dort später ins Vernichtungslager nach Chelmno/Kulmhof deportiert. 300 bis 400 Häftlinge erlebten die Befreiung des Lagers Lackenbach durch sowjetische Truppen im April 1945.

Die Gebäude des ehemaligen „Zigeunerlagers“ Lackenbach existieren heute nicht mehr. Sie wurden in den 1970er Jahren abgerissen und das Gelände zum Teil mit Einfamilienhäusern überbaut.

Auf Anregung der österreichischen Opferverbände wurde am 6. Oktober 1984 unweit des ehemaligen „Zigeunerlagers“ ein Mahnmal für die hier internierten und von hier deportierten Roma und Sinti errichtet.