Schlacht bei Lackenbach

1620 wurde Lackenbach Schauplatz einer Schlacht zwischen den bedrängten Truppen des kaisertreuen Nicolaus Esterházy und den aufständischen Ungarn des Siebenbürger Fürsten Gabor Bethlen. In dieser Zeit musste die Bevölkerung bei der Wasserburg sicherlich einen hohen Blutzoll entrichten.

Gabor Bethlen, der seit 1613 Fürst von Siebenbürgen war, wollte König von Ungarn werden. Er verbündete sich mit den aufrührerischen Böhmen und zog im Herbst 1619 gegen Kaiser Ferdinand II. (1619-1637). Nikolaus Esterházy war der einzige Adelige Ungarns, der dem Kaiser die Treue hielt. Er wurde im September 1620 durch einen Vorstoß der aufständischen Truppen überrascht und mit seinen Getreuen auf dem Schloss Lackenbach von rund 6.500 Mann eingeschlossen und zur Übergabe aufgefordert. Da das Schloss nur schwach befestigt war und er nur über eine geringe Zahl von Soldaten verfügte, hoffte Esterházy auf einen Entsatz Versuch durch Heinrich Dampierre, dem Oberbefehlshaber der kaiserlichen Truppen in Ungarn. Durch geschicktes Taktieren konnte er die Übergabe so lange verzögern, bis der kaiserliche General im letzten Moment in Lackenbach eintraf. Obwohl sie den rebellischen Truppen zahlenmäßig weit unterlegen waren – Dampierre hatte nur 700 Reiter, 400 Kosaken und 300 Musketiere sowie die tatkräftige Unterstützung der Neckenmarkter Bauern – gelang es den Kaisertreuen durch ein kluges strategisches Vorgehen, den Belagerungsring zu sprengen. Gleichzeitig vermochte auch Esterházy durch einen tollkühnen Einfall den Ausgang des Kampfes günstig zu beeinflussen. In einem nur zwei Tage später verfassten Bericht schrieb Dampierre über den Verlauf der Schlacht unter anderem: „… mit meinen Truppen rückte ich, ohne bemerkt zu werden, bis an den Waldrand beinahe bei Lackenbach vor. Der Feind entschloss sich, mich anzugreifen. Ich erwartete ihn in meiner vorteilhaften Stellung, und meine Musketiere richteten einen sehr großen Schaden unter ihnen an. Als ich bemerkte, dass sie in Verwirrung gerieten, stürzte ich mich auf sie.“ Der Anführer der Belagerer, Matthias Tarrody, verlor im Kampf sein Leben, und mit ihm bleiben wenigstens 1.200 Mann der Bethlenschen Truppen auf dem Schlachtfeld; vierzehn Fahnen fielen den Siegern als Beutestücke in die Hände. Durch diesen Sieg, vor allem aber durch die standhafte Treue und Loyalität zu den Habsburgern, stand dem Aufstieg der Esterházy zur ersten Adelsfamilie Ungarns nichts mehr im Wege. Ein von Nikolaus Esterházy zur Erinnerung an die legendäre „Schlacht um Lackenbach“ gestiftetes Steinepitaph ist noch heute im Garten des Schlosses Esterházy in Lackenbach zu sehen Das berühmte „Neckenmarkter Fahnenschwingen“, ein bis heute gepflegter Volksbrauch, steht mit den militärischen Ereignissen in unmittelbarem Zusammenhang. Seit dem Abzug der Kuruzzen im Jahr 1708 war der westungarische Raum von feindlichen Streitkräften verschont geblieben.

Zu Beginn des 19. Jhdts. wurde jedoch unser Gebiet durch die Expansionsbestrebungen Napoleons I. abermals in Mitleidenschaft gezogen. 1809 besetzten französische Truppen das Ödenburger Komitat. Es kam zwar zu keinen Kampfhandlungen, die Bevölkerung wurde jedoch durch die von den Besatzern geforderten Abgaben und Dienstleistungen sowie Requirierungen schwer belastet. Ein napoleonisches Husarenregiment war damals in Lackenbach stationiert. Die Offiziere, die im Schloss Quartiere bezogen hatten, dürften des Öfteren feuchtfröhliche Feste gefeiert haben, was aus Verzeichnissen des damaligen Verwalters hervorgeht. Neben Aufzeichnungen über angerichtete Schäden scheint der konsumierte Wein stets als größter Posten der Verpflegung auf. Gegen Ende des Jahres 1809 verließen die letzten Invasionstruppen unser Gebiet.
In der Folgezeit war das Schicksal Lackenbachs in historische Ereignisse eingebunden, die den gesamten Raum des damaligen Westungarn betrafen.